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„Ich wollte keinen eindimensionalen Whodunit-Krimi“

Interview mit Rechtsanwalt und Krimiautor Daniel Eichenauer

daniel eichenauer das geheimnis der vaeter

Jaron Verlag, 1. Auflage 2017, 288 Seiten, Broschur, 9,95 EUR, ISBN 978-3-89773-826-3

Das Berliner Anwaltsblatt möchte in loser Folge Kolleginnen und Kollegen vorstellen, die nicht nur Schriftsätze verfassen, sondern sich auch im weitesten Sinne literarisch betätigen . Hierzu durfte ich den Kollegen Eichenauer interviewen, der im Jahre 2017 einen Krimi veröffentlicht hat (hier finden Sie eine Rezension des Krimis).

Daniel Eichenauer ist 1976 in Berlin geboren, wuchs lange Jahre in Steinstücken auf, hat 2002/2003 in Sydney den LL. M. gemacht und wurde 2006 Rechtsanwalt und 2017 Notar.

Röth: Guten Tag Herr Kollege Eichenauer, wie sind Sie zum (literarischen) Schreiben gekommen?

Daniel Eichenauer: Ich habe irgendwann damit angefangen, ich glaube es war in Sydney. Ich hatte Geschichten im Kopf, insbesondere über Sachen, die wir in Steinstücken erlebt/gemacht haben, und die wollte ich einmal aufschreiben. Ich meine, der Beginn war, dass ich abends/nachts allein mit einem Glas Rotwein am Tisch saß und mir überlegte, damit anzufangen. Wirklich angefangen habe ich dann in den Jahren ab 2010, und zwar ohne theoretisch-handwerkliche Vorbildung, sozusagen „aus der Hüfte heraus“. Ich habe das dann so gemacht, dass ich anfing zu schreiben, die Sachen dann für einige Monate weglegte und mir dann wieder ansah und das zuvor Geschriebene größtenteils nicht mehr gut fand und weitgehend umschrieb. Für den von mir 2017 veröffentlichten Roman hatte ich bis zum ersten professionellen Lektorat (2015 beauftragte ich eine freie Lektorin) insgesamt sechs eigene Fassungen erstellt.

Was waren denn die Schwierigkeiten?

Wenn man anfängt zu schreiben, dann ist die Figur, zu der man am meisten neigt, der Ich-Erzähler. Diese Figur ist allerdings in Wirklichkeit einer der komplexesten Erzählagenten. Der Ich-Erzähler kann nämlich aus dem Innenleben anderer Personen nichts wirklich erzählen. Ich hatte auch das Problem, dass ich in meinen Texten sowohl einen Ich-Erzähler als auch einen Allwissenden-Erzähler einsetzte und die Geschichte auf diversen Zeitebenen spielte. Bildlich gesprochen habe ich eine Geschichtsbrücke gebaut, ohne jedoch an die statisch eminenten wichtigen Brückenpfeiler (= Figuren der Erzählung) zu denken. Ich hatte damals auch meine Geschichte tagebuchartig chronologisch aufgebaut.

Was hat sich dann durch die Einschaltung einer freien Lektorin geändert?

Nachdem die freie Lektorin den Text mit mir durchgegangen war, habe ich mich getraut, ein Exposé an drei Verlage mit Regionalbezug in Berlin zu schicken, und der Verlag, der mein Buch veröffentlicht hat, zeigte Interesse. Es wurde dann noch einmal ein langwieriges Unterfangen mit dem Lektorat des Verlages bis zum schlussendlichen Text. Es wurde der Text anders eingeteilt, nämlich nicht tagebuchartig chronologisch, sondern nach den in den Kapiteln handelnden Personen. Es wurde der Ich-Erzähler etwas reduziert, ebenso der Allwissende-Erzähler, und die anderen Figuren wurden ausgebaut. Darüber hinaus wurden die Erzählperspektiven und Zeitebenen „glatt gezogen“.

Hatten Sie mal daran gedacht aufzugeben?

Es muss doch sehr viel Zeit gekostet haben. An das Aufgeben habe ich nie gedacht, es war ja eine Art Hobby für mich. Mir macht die Tätigkeit des Schreibens als solche Spaß, denn man taucht ja in die Figuren ab. Während dieser Schreibzeiten war ich in der Regel „komplett weg“. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass von 100 % Zeit für das Schreiben maximal 10 % als kreativ anzusehen sind, 90 % sind Fleißarbeiten. Mit Fleißarbeit meine ich die Disziplin, Sachen nach vorher aufgestellten Gesichtspunkten runterzuschreiben, Texte umzuschreiben und (siehe oben) „glatt zu ziehen“. Die Fleißarbeit habe ich für mich immer als „in den Maschinenraum des (Buch-)Schiffes gehen“ betitelt.

Was war Ihnen denn sprachlich wichtig, was dem Krimi anbelangt?

Ich wollte, dass ein humorvoller Unterton hörbar wird, und ich wollte keinen eindimensionalen (whodunit) Krimi.

Herr Kollege Eichenauer, vielen Dank für dieses Gespräch.

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